4-Tages-Busfahrt - Rund um den Kaiserstuhl

Der Eifelverein Mettendorf-Sinspelt bot dieses Jahr als Mehrtagestour für seine Mitglieder vom 24. – 27. September eine 4-Tages-Busfahrt rund um den Kaiserstuhl mit Ausflügen nach Freiburg, an die elsässische Weinstraße sowie nach Straßburg an.

Die Tour wurde von unserem bewährten Reiseleiter Rudi Willems organisiert und in Kooperation mit dem Reisebusunternehmen Feuerer durchgeführt. Für Erläuterungen zum Kaiserstuhl und der elsässischen Weinstraße war Monika Willems zuständig. In Freiburg und Straßburg waren lokal organisierte Stadtführungen gebucht worden.

Mit besten Wetterprognosen starteten 38 Reiselustige am Donnerstagmorgen vom Dorfplatz in Mettendorf. Zum ersten Mal wurde ein Bus für eine Mettendorfer Eifelvereinstour von einer Frau gesteuert – sicher, umsichtig und ohne Angst vor Enge. Angy erfüllte ihre Aufgabe hervorragend.
Unser erstes Ziel war Sasbach im Kaiserstuhl, wo um die Mittagsstunde eine Planwagenfahrt durch die Weinberge auf dem Programm stand.

Doch zunächst einige Informationen über die Region: Der Kaiserstuhl liegt in Baden-Württemberg, nicht weit vom Schwarzwald, dem Elsass und den Vogesen sowie der Schweiz. Er ist ein kleines Mittelgebirge (16 km lang, 14 km breit) vulkanischen Ursprungs, das sich wie eine Insel aus der Oberrheinischen Tiefebene erhebt. Generationen von Winzern haben gewaltige Weinterrassen in den Berg gebaut, um den wertvollen Lössboden vor dem Absacken zu schützen. Diese sonnenverwöhnte Landschaft – es wurde Ende September tatsächlich jeden Tag etwas wärmer – zählt zu den Top-Weinregionen Deutschlands.

In Sasbach, einer Weinbau- und Feriengemeinde, warteten bei unserer Ankunft bereits drei Planwagen, die von Oldtimer-Traktoren – passend zu unserer Gruppe – gezogen wurden. Das Familienunternehmen Marmier überraschte uns am 1. Stopp, wo der Müller-Thurgau in der Eckwaldhütte großzügig ausgeschenkt wurde, mit einer opulenten Metzger-Vesper, die wirklich nichts zu wünschen übrigließ. Waren nun unsere Wangen vom leichten Wind oder gar schon vom Weingenuss gerötet?

Der Chef Winfried Marmier erklärte uns, wie die Rebe ihren Namen erhielt: von Herrn Müller aus Thurgau, der sie aus der Schweiz über den Bodensee an den Kaiserstuhl gebracht hatte.
An der „Haltestelle“ Kaiserstuhl – natürlich ruft der Name die Lust auf eine überdimensionale Sitzgelegenheit hervor – fand die 2. Weinprobe statt. Hier waren wir im Anbaugebiet des Weißburgunders, der auch wieder äußerst großzügig ausgeschenkt wurde.

Schon leicht vom Weine beseelt ging es zu Eichers Kapelle, wobei wir das Schaukeln des Planwagens schon gar nicht mehr spürten. Wir befanden uns nun im Sylvaner-Anbaugebiet und „Maria in den Reben“ – so wird die Kapelle auch genannt – sorgte auch hier dafür, dass die Gläser reichlich gefüllt wurden. Nachdem gar Marienlieder angestimmt worden waren, verließen wir unter Glockengeläut diesen beschaulichen Ort. Was dachten wohl die beiden älteren Damen auf der Bank vor der Kapelle?

Da Endingen nur wenige Kilometer von Sasbach entfernt lag, gelangten wir im Nu zu unserem Hotel „Pfauen“, wo uns schon eine äußerst zuvorkommende Mitarbeiterin erwartete, die für einen geeigneten Parkplatz für unseren Bus gesorgt hatte.
Der „Pfauen“ ist ein traditionsreiches, familiengeführtes Hotel, direkt am Tor zur historischen Altstadt von Endingen und beherbergt schon seit mehr als 200 Jahren Gäste. Das Motiv des Pfaus trifft man in vielfältigster Form an. Da die Zimmerverteilung sehr gut vorbereitet war, fand jeder noch genügend Zeit, sich vor dem kleinen Abendrundgang durch Endingen auszuruhen. Das gemeinsame Abendessen war in einem nahegelegenen Restaurant „Zum Engel“ reserviert.

Endingen bietet eine lebendige historische Altstadt und mit seinen 10.500 Einwohnern viel Sehenswertes. Ihm wurde als bundesweit erster Einkaufsstadt die Auszeichnung „König Kunde“ verliehen. In nächster Nähe zu unserem Hotel befindet sich das Königschaffhauser Tor, das als einziges der 4 Stadttore noch übrig ist und liebevoll das Torli genannt wird. Im ihm befindet sich heutzutage das Fasnet-Museum mit den Narrenfiguren. Endingen zählt übrigens zu den Hochburgen der schwäbisch-alemannischen Fasnet.
Der Rathausbrunnen auf dem Marktplatz von 2009 ist ein Originalnachbau des ältesten und größten Brunnens aus dem 15. Jahrhundert. Hier beginnt und endet die Fasnet.
Ebenfalls auf dem Marktplatz steht das Alte Rathaus, in dessen barockem Ratssaal seit 500 Jahren wertvolle Kunstgegenstände aufbewahrt werden. Auch die Dokumentation über die 400 Kaiserstühler, die 1843 nach Tovar/Venezuela auswanderten, befindet sich hier. In unserem Hotel wurden übrigens die Siedlungsverträge der Auswanderer unterschrieben – was auf einer kleinen Infotafel neben dem Eingang zu lesen ist.
Bevor es „Zum Engel“ geht, werfen wir noch einen Blick auf die Wallfahrtskirche St. Martin, in der sich eine kunsthistorische Rarität befindet, nämlich zwei der ältesten Glocken Deutschlands aus dem 13. Und 14. Jahrhundert.
Wir lassen uns nun die badische Küche und den Kaiserstühler Wein schmecken und genießen mit vielen anderen Gästen unseren ersten Abend in Endingen am Kaiserstuhl.

Nach dem zwar zeitigen, aber ausgiebigen Frühstück vom umfangreichen Buffet mit vielen regionalen Produkten, das mit „Best Breakfast“ ausgezeichnet ist, begannen wir unseren 2. Reisetag.
Unser Vormittagsziel lag in Horben bei Freiburg, wo es mit der Seilbahn zum Schauinsland, dem 1284 m hohen Hausberg Freiburgs gehen sollte. Dieser bietet zu jeder Jahreszeit ein eindrucksvolles Panorama der Schwarzwaldgipfel.
Wegen eines für unseren Bus zu niedrigen Torbogens wurden wir durch ein Wohngebiet mit enger Straße und seitlichem Wassergraben umgeleitet, was unserer Busfahrerin einiges Fahrgeschick abforderte.

Mit der Schauinslandbahn, die die längste Umlaufseilbahn Deutschlands ist, schwebten wir bald gemütlich zur Bergstation. Von dort genossen wir den grandiosen Ausblick auf Freiburg, den Schwarzwald und die Vogesen. Nach einer kurzen Wanderung gelangten wir zum Schauinsland-Turm, wo sich ein großartiger Ausblick bis in die Alpen bot. Natürlich mussten hier auch zum Beweis unserer Gipfelerstürmung Gruppenfotos gemacht werden.
Im Berggasthof konnte ein kleiner Mittagssnack eingenommen werden oder aber in Freiburg die berühmte „Lange Rote“ probiert werden. Wir wurden nach der gemächlichen Talfahrt von unserer Busfahrerin mit der Ankündigung empfangen, dass wir einen Umweg in Kauf nehmen mussten, um nach Freiburg zu gelangen. Der Rückweg durch die enge Zufahrtstraße war nicht möglich.
Wenn dieser Umweg auch den Zeitplan unseres Reiseleiters etwas durcheinanderbrachte, so genossen wir doch alle diese Sonderfahrt durch die Schwarzwaldörtchen und sanften Hügel mit den Viehweiden. Nicht nur von der Höhe begeistert der Schwarzwald.

In Freiburg konnten wir am Karlsplatz aussteigen und über den Markt auf dem Münsterplatz den versprochenen Mittagssnack einnehmen. Sodann warteten zwei Stadtführer auf uns, die uns in einem Rundgang durch die Altstadt führen sollten.
Trotz weiblicher Überzahl unserer Gruppe wollten die meisten der hübschen Stadtführerin lauschen; sie konnten ja nicht ahnen, wie humorvoll der männliche Stadtführer seine Tour gestalten würde.

Freiburg befindet sich im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz und ist mit seinen über 200.000 Einwohnern die sonnen- und rebenreichste, südlichste Großstadt Deutschlands. Die Stadt hat eine einmalige Mischung aus mediterranem Flair und badischer Gastlichkeit, ist eine weltoffene Universitätsstadt.
Auf dem Münsterplatz im Zentrum Freiburgs dreht sich das Leben der Stadt seit über 700 Jahren. Der 116 m hohe Turm des Münsters überragt bis heute alle Gebäude der Stadt und gilt als einer der schönsten gotischen Türme der Christenheit. Wir kamen am Alten und Neuen Rathaus vorbei, dem Historischen Kaufhaus, das Sitz der Markt-, Zoll- und Finanzverwaltung der im Mittelalter bedeutungsvollen Handelsstadt war. Im Haus zum Walfisch mit dem spätgotischen Portalerker lebte 2 Jahre lang der berühmte Gelehrte Erasmus von Rotterdam. In der Konviktstraße hätte man am liebsten verweilt, zu verlockend war das Angebot der Geschäfte. Nicht zu vergessen, die berühmten Bächle, ein Kanalsystem, das seit Jahrhunderten durch die Straßen der Altstadt strömt; bei unserem Besuch fehlte allerdings das Wasser, das kurzfristig zur Reinigung abgelassen worden war. Dienten die Bächle früher als Brauchwasser, Viehtränke und vor allem als Brandschutz, so genießen sie heute Jung und Alt im Sommer als willkommenes Erfrischungsfußbad. Aber wehe, wenn jemand ins Bächle fällt, so muss man einen Freiburger/eine Freiburgerin heiraten. Soweit bekannt, haben alle aus unserer Gruppe gut aufgepasst.

In der anschließenden Freizeit konnte jeder nach Herzenslust shoppen oder einfach das mediterrane Flair mit einem Glas genießen. Wieviel mehr gäbe es noch in Freiburg zu entdecken, aber auch Senioren müssen Zeitpläne respektieren.
Nach unserer Rückkehr konnte sich jeder in Endingen in einem der zahlreichen Restaurants das wohlverdiente Abendessen schmecken lassen.

Unser 3. Tag, sollte uns an die elsässische Weinstraße führen. Nach dem Frühstück mit dem äußerst aufmerksamen Servicepersonal konnte jeder individuell über den heute recht kleinen Markt bummeln. Aber so wurden wenigstens auch einmal die umliegenden Geschäfte in Augenschein genommen, um herauszufinden, ob hier wirklich der Kunde König ist. Manch Tragetäschchen wurde dem Gepäck beigefügt.
Nun starteten wir wieder bei herrlichem Sonnenschein in sommerlichem Outfit zu unserem ganztägigen Ausflug an die elsässische Weinstraße.

Das Elsass ist eine Region wie aus dem Bilderbuch. Zwischen Vogesen und Rhein, mit sanften Hügeln voller Reben, reihen sich Fachwerkhäuser mit Geranienbalkonen und kleine Weinstuben.
Fast wie aus der Zeit gefallen wirken die drei Orte, die wir besuchen wollten: Riquewihr, Kaysersberg und Eguisheim. Wir folgten der „Route des Vins“, einer der schönsten Weinstraßen Europas.

Riquewihr wurde zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs gekürt, man darf sich deswegen natürlich nicht über die Touristenströme wundern, die auch jetzt Ende September noch die engen Gassen bevölkerten. Der Wohlstand des Ortes, durch den Weinhandel in ganz Europa begründet, zeigt sich sowohl in der doppelten Stadtmauer als auch in der Altstadt, die mit ihren Fachwerkhäusern aus dem 15. - 18. Jahrhundert einen außergewöhnlichen Architekturkomplex bildet.
Unser 2. Stopp war Kaysersberg, ebenfalls eine mittelalterliche Stadt und Geburtsort des berühmten Albert Schweitzer, dem elsässischen Nobelpreisträger. Als Missionsarzt gründete er in Zentralafrika ein Hospital und war ein Verfechter von Freiheit, Toleranz und gegenseitiger Ehrfurcht. Hier unternahmen wir einen kleinen historischen Rundgang.
Aller guten Dinge sind drei und so bildete Eguisheim den krönenden Abschluss unserer Tour an der elsässischen Weinstraße. Auch dieses Dorf zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs und wurde 2013 sogar zum Lieblingsdorf der Franzosen gewählt.

Ein Weinfest auf dem Marktplatz mit zünftiger Musik schien wie zu unserer Begrüßung organisiert worden zu sein.
Nach einem kleinen individuellen Bummel trafen wir uns vor unserem Abendlokal aus dem 17. Jahrhundert „Caveau d’Eguisheim“, wo in festlichem Weiß gedeckte Tische mit einem 3-Gang-Menu auf uns warteten. Mit unseren bunten Kärtchen bewiesen wir die von uns vorbestellte Hauptspeise: den traditionsreichen Baeckeoffe im Tontopf, das Schweinefilet oder den Caesar-Salat. Mit dem elsässischen Zwiebelkuchen als gemeinsame Vorspeise und dem Eis in Gugelhupf-Form genossen wir unser Mahl wie Gott in Frankreich. Allzu sehr durften wir weder dem elsässischen Pinot noch dem Crémant zusprechen, da ja noch ein Nachtspaziergang entlang der Stadtmauer geplant war. Nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei nächtlicher Beleuchtung hat jeder Ort eine besondere Atmosphäre, die wir gemeinsam nach dem köstlichen Menu genießen konnten.

Unser letzter Reisetag führte uns nach Straßburg. Diszipliniert fanden wir uns alle mit gepackten Koffern früh am Bus ein, um rechtzeitig die gebuchten Plätze im „Petit Train“ einzunehmen. Sehr zügig musste es nach der Ankunft in Straßburg zum Münster gehen, wo unsere Besichtigungstour beginnen sollte. Gerade noch geschafft, bevor unsere Plätze an nicht Eifeler Touristen vergeben worden wären.

Straßburg ist ein kontrastreicher Ort, in dem alle elsässischen Traditionen vereint sind. Auf der Strecke des Touristenzugs wurden wir durch die Neustadt geführt, die von den Deutschen nach der Annexion des Elsass 1871 erbaut worden war. Seit 2017 zählt sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Nach einer kleinen Pause trafen wir uns wieder vor dem Münster, um gemeinsam zum Anlegeplatz des Besichtigungsbootes zu gelangen, das uns zu einer Zeitreise durch die „Petit France“, der uns bereits etwas vertrauten Neustadt und dem Europäischen Viertel mit dem Europ. Parlament, dem Europ. Rat sowie dem Europ. Gerichtshof für Menschenrechte mitnahm.

Diese beiden Besichtigungstouren entlasteten nicht nur unsere des Wanderns müden Füße, sondern konnten uns auch auf komfortable Weise einen schönen kleinen Eindruck von der elsässischen Hauptstadt vermitteln.

Nun wurde von unserem Reiseleiter die Losung herausgegeben, zurück in die Heimat. Doch noch stand nicht Mettendorf, sondern Merzig im Saarland auf dem Plan. Im Brauereirestaurant am Yachthafen fand jeder etwas Leckeres auf der Gruppenkarte.

Vier ereignisreiche Tage am Kaiserstuhl, in Freiburg und im Elsass haben uns bei Kaiserwetter viel Schönes erleben lassen: Genüsse für Augen, Leib und Seele, an die wir noch gerne zurückdenken werden.
Ein herzliches Dankeschön von der fröhlichen Gruppe an unseren Reiseleiter Rudi Willems für diese abwechslungsreiche, bestens organisierte Reise.

Fotos: Theo Schares, Rudi Willems

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